Auf den gut präparierten Pisten in allen Schwierigkeitsgraden gleitet man von 2700 m ü. M. bis hinunter nach Tschierv.
Auf den gut präparierten Pisten in allen Schwierigkeitsgraden gleitet man von 2700 m ü. M. bis hinunter nach Tschierv. © Andrea Badrutt

50 Jahre Wintersportgebiet Minschuns

Annelise Albertin Anfang der Siebzigerjahre haben sich fünf Pioniere aus dem Val Müstair zur Gründung der Sportanlagen AG Val Müstair versammelt. Dank dieser Initiative konnte 1976 das Wintersportgebiet Minschuns eröffnet werden und feiert in dieser Saison das 50-Jahr-Jubiläum.

Es waren nicht immer leichte Jahre. Schon vor der Gründung gab es einigen Gegenwind, besonders aus dem Lager der Naturschützer. Die Pioniere, namentlich Tumasch Pitsch, Florian Pitsch sel., Oswald Toutsch sel., Sebastian Conrad sel. und Crispin Foffa sel., liessen sich nicht beirren und konnten der Talbevölkerung die nachhaltige Wertschöpfung für das Val Müstair aufzeigen. Das Wintersportgebiet Minschuns ist bis heute einer der wichtigsten wirtschaftlichen Motoren für den Wintertourismus im Tal, wie es auch im Leitbild der Biosfera festgehalten ist. Gäste und Einheimische schätzen das kleine und feine Skigebiet mit seinen drei Schleppliften gerade wegen seiner Beschaulichkeit und der unverwechselbaren Naturlandschaft am Rande des Schweizerischen Nationalparks. Die weiten Hänge oberhalb der Baumgrenze bis auf 2700 m ü. M. mit gut präparierten Pisten und viel Platz fürs Freeriden sind ein Paradies für Schneesportler.

Trotz finanzieller Engpässe hat die Aktiengesellschaft im Laufe des halben Jahrhunderts immer wieder investiert und Erneuerungen vorgenommen. 1989 wurde ein neues Bergrestaurant errichtet, nachdem dieses die ersten Jahre im Stall auf Alp da Munt untergebracht war. 1992 wurde das Gebiet Valbella-Vallatscha mit einem weiteren Schlepplift erschlossen, selbstredend ergänzt mit einer bewirteten Skihütte für den Einkehrschwung. Die «scoula da skis Val Müstair» wurde professionalisiert und ist fest im Angebot des Wintersportgebiets als Ski- und Snowboardschule eingebunden.

Das Warten auf Schnee

Allzu oft muss der Saisonstart mangels ausgiebigem Schneefall verschoben werden. Wenn ringsherum die Schneekanonen auf Hochtouren laufen und die umliegenden Skigebiete befeuern beziehungsweise beschneien, muss Minschuns auf den natürlichen Schnee warten. Für eine umfassende und ausreichende Beschneiung fehlt das Wasser. Die daraus resultierenden finanziellen Einbussen sind eine extreme Belastung und stellen den Fortbestand des Wintersportgebiets immer wieder in Frage.

«La Sassa»

Mit dem Projekt «La Sassa» – dem Bau der Zubringerbahn von Tschierv zur Alp da Munt und dem geplanten Ferienressort «La Sassa» – ist auch eine Wasserleitung vom Tal ins Skigebiet und damit die notwendige Beschneiung geplant. Die Finanzierung ist dank Kanton und Gemeinde Val Müstair geregelt, wenn denn nicht Umweltorganisationen das Projekt bekämpfen würden. Aber die Sportanlagen Val Müstair AG, die Betriebsleitung und Mitarbeitenden, die einheimische Bevölkerung und nicht zuletzt die vielen Gäste haben die Hoffnung auf die Konzessionserteilung durch das Amt für Verkehr BAV noch nicht aufgegeben, damit das Wintersportgebiet Minschuns auch das 100-jährige Jubiläum feiern kann.

 

Schlepplift statt Hightech: Im Skigebiet Minschuns lebt das Skifahren mit einem Hauch Retro – zeitlos und authentisch.
Schlepplift statt Hightech: Im Skigebiet Minschuns lebt das Skifahren mit einem Hauch Retro – zeitlos und authentisch. © Andrea Badrutt
WICHTIGER HINWEIS

Die ursprünglich für Januar 2026 geplanten Jubiläumsfeierlichkeiten wurden in Anbetracht der Umstände verschoben! 

Das könnte Sie auch interessieren