Eines der ruhigeren Erlebnisse: Schneeschuhwandern.
Eines der ruhigeren Erlebnisse: Schneeschuhwandern. © Andrea Badrutt

Ruhige Erlebnisse für den Winter

Jürg Wirth Im Hinblick auf die Corona-Situation hat sich die Tourismusorganisation einiges einfallen lassen. Im Vordergrund steht die Entwicklung von coronatauglichen Wintererlebnissen.

Spezielle Situationen erfordern spezielle Massnahmen, dies gilt in dieser Saison ganz besonders für den Tourismus vor dem Hintergrund von Corona.

Dachte man zuerst, Corona sei bloss ein kurzes Intermezzo, wurde man rasch eines Besseren belehrt. Auch den verantwortlichen Touristikern war bald klar, dass der Virus nicht einfach über Nacht wieder verschwinden würde. Deshalb hat das Team um Marketingleiter Claudio Daguati bereits im Sommer damit begonnen, coronakonforme Angebote für den Winter zu entwickeln.

Im Vordergrund stand dabei, den Fokus auf ruhige, naturbezogene Erlebnisse zu legen, die durchaus vom Platz, den es hier zur Genüge gibt, leben dürfen. Auch wollen die Touristiker die Gelegenheit beim Schopf packen und «schneeferne» Menschen oder solche, welche sich im Laufe der Jahre wegen Ferien an der Wärme vom kalten Weiss entfremdet haben, wieder zurückzugewinnen. Seit dem Frühling gibt es für das ganze Marketingteam deshalb alle zwei Wochen einen Jour fixe. An einer Online-Sitzung tauscht sich das Team zu übergeordneten Themen aus.

Die Entwicklung der Angebote erfolgt dabei nach dem klassischen Muster. Am Anfang steht ein Brainstorming, aus dem dann Kurzkonzepte für verschiedene Angebote resultieren. Diese prüft das Team auf Machbarkeit. Fällt die Prüfung positiv aus, geht es an die Definition und die Ausarbeitung der konkreten Angebote, dazu gehört selbstverständlich auch die Buchbarkeit derjenigen. Schliesslich folgt noch die crossmediale Bewerbung derselben.

Doch wie sehen die neuen Angebote nun aus, mag sich die geneigte Leserschaft vielleicht fragen? Im Val Müstair lautet das Motto «Schneeschuhe und Wildtiere». Damit sich die beiden Themen nicht stören, werden die Schneeschuhwanderungen geführt angeboten. Entweder tagsüber, aber wer will, kann auch zum Abendspaziergang aufbrechen oder gar in der taghellen Vollmondlandschaft wandern. Weil man dabei nicht nur auf Spuren anderer Schneeschuhwanderer stösst, sondern auch auf ganz viele von Tieren, lässt sich vorgängig an einem Kurs erlernen diese zu erkennen. Selbstredend, dass auch Langlauf ganz hoch im Kurs steht in der Heimat von Dario Cologna.

Auch in Samnaun gibt es diesen Winter vermehrt ruhige Angebote, Schneeschuhwandern zum Beispiel, tagsüber oder noch besser, weil spezieller, die Sternentour in der Nacht.

Selbstverständlich gibt’s auch im Unterengadin Pistensport, Langlauf oder Schneeschuhwandern. Beim Schneeschuhwandern gilt es vor allem die «Via Silenzi» zu erwähnen, eine Tour in zwei Tagesetappen von S-charl zum Ofenpass. Daneben setzt diese Region vor allem auf den Fussverkehr. So hat die beliebte Mehrtageswanderung auf der Via Engiadina auch im Winter Bestand. Die Gäste wandern tagsüber von Hotel zu Hotel, während ihr Gepäck dorthin transportiert wird. Das Angebot wurde um eine Etappe verlängert und nun übernachten die Gäste mindestens je einmal in Zernez, Guarda, Ardez und Scuol. Aber auch Ausflüge in die malerischen Dörfer des Unterengadins bieten sich an. Dort lassen sich beispielsweise die traditionellen Sgraffitos etwas genauer betrachten oder auch die unterschiedlichen architektonischen Ausdrücke der einzelnen Dörfer. Und je nachdem, natürlich auch die Restaurants oder vielleicht ein Take-away.

So oder so, abseits der grossen Touristenströme und innerhalb der gebotenen Corona-Distanz.

Hier geht’s zu den Angeboten: www.engadin.com

Das könnte Sie auch interessieren