Der Local Hero Contest ist mittlerweile ein wichtiger Anlass mit Teilnehmenden über die Region hinaus.
Der Local Hero Contest ist mittlerweile ein wichtiger Anlass mit Teilnehmenden über die Region hinaus. © Mayk Wendt

Snowboard-Contest mit Tradition

Jürg Wirth Der Local Hero Contest, zu Anfangszeiten noch Element Slope Style Contest, ist ein Freestyle-Snowboard-Wettbewerb und findet seit etwa 1997 statt. Die nächste Austragung ist am 21. März 2026 im Snowpark auf der Motta, mit vielen einheimischen Talenten.

Rund 30 Jahre existiert der Local Hero Contest bereits, und Sandro Damiani ist seit gut 25 Jahren mit dabei. Damals kam der quirlige Boarder mit Leib und Seele gerade aus dem Unterland und heuerte in Scuol als Snowboardlehrer an. Erfahrung hatte er genug, nahm er doch auch selber an zahlreichen Contests teil. Curdin Erni war bereits damals Teil der Element-Familie und fand in Sandro einen Partner in Crime, und gemeinsam begannen sie, die Snowboardszene in Scuol, die bereits damals Bestand hatte, zu beleben und auszubauen. Unter anderem, indem sie jährliche Contests organisierten, Curdin zum Headshaper des Snowparks Scuol wurde und Sandro mit grosser Leidenschaft die Element Snowboardschool leitete. Dazu konnte Sandro mit Jonas den Element-Store am Stradun von den legendären Gitti und Thöme übernehmen und den Nachwuchs mit perfektem Equipment ausrüsten und die Talente unterstützen.

Der Contest ist auch ein Sprungbrett, immer wieder kommen die jungen Sieger später gross hinaus.
Der Contest ist auch ein Sprungbrett, immer wieder kommen die jungen Sieger später gross hinaus. © Mayk Wendt

Eigener Nachwuchs

Damit sie nie bangen mussten, ob wohl genügend Junge an ihren Wettbewerben teilnehmen, bauten sie den Nachwuchs gleich selbst auf und gründeten dazu mit anderen Snowboard-Verrückten den Snowboard-Club Umblanas. 

Sie zogen die JO (Jugend-Organisation) auf, welche auch heute noch Bestand hat und bereits einige grosse Namen hervorgebracht hat. Beispielsweise Elena Könz, immerhin Weltmeisterin im Big Air 2015, oder Fabiana Schmid und Menduri Stecher, welche ebenfalls international für Furore sorgten. Gian Andrea Suter schaffte es auch bis in den Weltcup, blieb dort aber nur kurze Zeit und verlegte sich dann aufs Filmen. Mittlerweile ist er im Vans-Global-Team und hat ein Pro-Modell von Salomon Snowboards.

Doch auch aktuell lässt sich der Nachwuchs sehen. Marino Taverna, die Brunies-Brüder Mic und Nando oder Andri Erni seien äusserst vielversprechende Talente, sagt Damiani.

Sie alle begannen in der Snowboard-JO, welche noch immer jeden Samstag auf Motta Naluns stattfindet. Und wer nicht will, muss auch gar nicht die grossen Kicker fahren, sondern kann sich auf schöne Schwünge auf der Piste oder im Tiefschnee konzentrieren. Es gibt immer mehrere Gruppen, die einen eher für die Piste und die anderen für Freestyle im Snowpark. Allerdings müssen auch die Freestyler erst technisches Snowboarden richtig lernen, da sie es sonst im Park nicht zum Erfolg schaffen, weiss Damiani.

Mitte Januar findet jeweils eine Selektion statt, und wer den Cut schafft, darf fortan bei den «Rookies» mittrainieren und erhält die Aussicht, seine Leidenschaft zu leben und in der Sportklasse des Hochalpinen Instituts in Ftan (HIF) weiter zu fördern.

Selbstredend, dass sie ihre Klasse auch am Local Hero Contest beweisen wollen und möglichst vorne mitspringen. Das ist nicht immer ganz einfach, denn mittlerweile hat sich dieser Event einen Namen gemacht und es nehmen 70 bis 80 junge Sportlerinnen und Sportler daran teil. Ein würdiger Rahmen also für das «Schon-fast-Jubiläum».

Nur fliegen ist schöner.
Nur fliegen ist schöner. © Mayk Wendt

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