Er hat am ersten Engadin Skimarathon im Jahre 1969 teilgenommen, sie macht dafür jetzt noch mit – zumindest am Frauenlauf. Im Leben von Giovanni und Mia Mathis aus Scuol hat Langlauf schon immer eine grosse Rolle gespielt.
In Celerina sei er einer der Ersten gewesen, der mit Langlaufskis unterwegs war, erinnert sich Giovanni Mathis. Damals habe es noch kaum Loipen gegeben. Man lief einfach übers Feld, um wieder eine neue zu machen. Damals, das war in den 60er-Jahren und Giovanni setzte sich für die Entwicklung des Langlaufs und des Loipennetzes ein, erst im Oberengadin, später dann in Scuol, wo er gemeinsam mit seiner Frau 1973 hingezogen sei. Da war er als Vorstandsmitglied von Pro Engiadina Bassa treibende Kraft bei der Erstellung der Loipe Scuol – Martina. Genauso war er Mitinitiant für selbiges Rennen unter dem Titel «Passlung».
Ehrensache, dass er auch am 1. Engadin Skimarathon im Jahre 1969 teilgenommen hat. Rund 1000 Läuferinnen und Läufer seien sie gewesen, selbstverständlich noch alles klassisch und nur mit einer Handvoll Loipen. Etwas später stieg dann auch Mia Mathis ins Renngeschehen ein, viel mehr Spuren habe es damals auch noch nicht gegeben, was das Überholen schwierig gemacht habe, erinnert sie sich lachend. Für jedes Überholmanöver habe man sich durch den Tiefschnee pflügen müssen. Damals habe die Strecke noch nicht über die Seen geführt, sondern entlang der Ufer.
Langlaufen im hohen Norden
Beide liefen nie ganz vorne mit, dafür mit umso mehr Freude. Wobei Mia, als sie frisch in die «Masterclass», die Kategorie der erfahrensten Teilnehmenden kam, ganz vorne mit dabei war.
Doch sie beschränkten sich mitnichten nur auf den «Engadiner», sondern nahmen gemeinsam mit Freunden auch an den grossen Klassikern im Norden teil. Also am Wasa-Lauf, Binkebeiner, Holmenkollen und anderen mehr. Zwischen fünf und acht Stunden seien sie da jeweils unterwegs gewesen, am Morgen in der Dunkelheit gestartet und am Abend in der Dunkelheit angekommen, die Spur beleuchtet durch Feuer. Herrlich sei das gewesen, kommen sie ins Schwärmen. Nur einmal hätten sie ein Missgeschick erlebt, da seien doch tatsächlich die Skis von Mia gestohlen worden. Just nach dem Wachsen, als sie diese für einen Moment unbeaufsichtigt gelassen hätten. Überhaupt das Wachsen – das sei sehr schwierig gewesen, nie habe man richtig gewusst, wieviel von welchem man auftragen solle. Mal habe es geklebt, dann wieder zu wenig gehalten in den Steigungen, aber so sei das halt gewesen.
Doch auch wegen des Wachsens läuft Mia heute nur noch Skating, dort sei es viel einfacher. Auch dieses Jahr wieder am Frauenlauf, ihrer mittlerweile 21. Teilnahme am Engadiner. Langläufer und -innen leben eben wirklich länger.