Ziegen streicheln, die Miss Schöneuter bewundern, die Lieblingstiere der Kinder bestaunen oder Familienolympiasieger werden: Das alles ist möglich am 25. und 26. April in Zernez – und noch vieles mehr. Dann findet die 15. agrischa statt, bereits zum dritten Mal gastiert sie in der Nationalparkgemeinde. Ziel der agrischa ist es, die Landwirtschaft Graubündens auf unterhaltende und informative Weise zu präsentieren – für Landwirtinnen und Landwirte, für landwirtschaftsnahe Kreise, aber genauso auch für landwirtschaftsferne. Freude und Spass sollen im Vordergrund stehen, jedoch schon nicht nur, denn beispielsweise bei den Milchviehwettbewerben oder der Wahl zur «Miss Chavra» geht’s durchaus ernst zur Sache, doch dazu später noch mehr.
Der offizielle Startschuss sei vor knapp einem Jahr gefallen, blickt Fadri Stricker zurück. Stricker ist der OK-Präsident der agrischa 2026 in Zernez und im März 2025 habe die erste Sitzung des OKs stattgefunden, erklärt er. Rund 20 Personen bilden dieses OK und decken dabei Ressorts ab wie Infrastruktur, Finanzen/Sponsoring, Personal, Administration, Gastronomie und viele mehr.
Vielfalt ist Trumpf
Denn Vielfalt ist Programm bei der diesjährigen agrischa. Dafür stehen alleine schon die rund 333 Betriebe aus den Südtälern, welche sich für den Event einsetzen. Auch das eine Spezialität, die Schau wird von allen sechs Landwirtschaftsvereinen gemeinsam organisiert. Diese sind die Agricula Engiadina Bassa, der Bauernverein Oberengadin Alpina, Bauernverein Val Müstair, der Bauernverein Bergell, derjenige aus dem Puschlav und der Bauernverein Brusio.
Rund zehn Sitzungen mit dem ganzen OK hätten sie seit März 2025 gehabt, rechnet Stricker vor. Doch gäbe es auch einen Ausschuss und Untergruppen, welche sich häufiger getroffen hätten. Eines der Schlüsselressorts neben Sponsoring und der Administration, wo alles zusammenlaufe, sei dasjenige der Infrastruktur. Der Vorsteher habe bereits vor der ersten OK-Sitzung viele Abklärungen treffen müssen, stehe ab dem Moment des Aufbaus vom Montag, 20. April bis zum Abschluss des Abbaus am Mittwoch, 29. April praktisch ununterbrochen auf dem Platz. Dabei bekommt er Hilfe von täglich zehn Zivilschutzleistenden und zusätzlich noch von 10 bis 15 Landwirten, die für den Auf- und Abbau zuständig sind. Tatsächlich lebt die agrischa von den Haupt- und Co-Sponsoren, Gönnern, Partnern und Inserenten welche gemeinsam das Budget von 575'000 Franken stemmen. Genauso aber lebt die Schau auch von den unzähligen freiwilligen Helferinnen und Helfern der 333 Bauernbetriebe, welche einen Anlass in dieser Grösse überhaupt erst möglich machen. Und die Einsatzgebiete sind so vielfältig wie die agrischa selber es ist. Auf- und Abbau ist personalintensiv, Restauration auch, Tierbetreuung ist wichtig und alle andern natürlich auch. Dies bedeutet gleichzeitig, dass auch der Vorsteher des Ressorts Personal viel zu tun hat, wie eigentlich alle aus dem OK.
Lieblingstierwettbewerb mit Jöh-Faktor
Nur so gelingt es, einen derart vielfältigen Anlass durchzuführen. Da gibt es wie erwähnt beispielsweise die Familienolympiade, bei der Familien einen Parcours mit verschiedenen Geschicklichkeitsspielen auf Zeit zu absolvieren haben. Die schnellste und geschickteste Familie gewinnt. Beim Schöneuter gewinnt die Kuh, wie es der Name sagt, mit dem schönsten Euter, allerdings gibt es daneben beim Milchvieh noch viele andere Kategorien und der Haupttitel ist dann der der «Miss agrischa». Mutterkühe werden gezeigt und erklärt, genauso wie Kleinvieh, sprich Schafe und Ziegen. Bei den Meckerern wird die «Miss chavra» gekürt und bei den Schafen gibt’s einen rassenübergreifenden Betriebscup. Den grössten «Jöh-Faktor» dürfte aber der Lieblingstierwettbewerb am Sonntag im grossen Milchviehzelt erzielen. Dort präsentieren die Jüngsten ihre Herzenstiere – mit einem Gedicht oder einer Geschichte und nicht nur promenierend.
Wer nicht nur schauen, sondern auch kaufen will, kann dies am Handwerks- und Produzentenmarkt tun, wo es vom Ledergürtel bis zum Käse oder Salsiz alles und noch viel mehr geben wird.
Doch auch dann ist noch lange nicht aller Tage Abend, respektive schon und dieser soll dann im Festzelt ausklingen und dies im wortwörtlichen Sinne. Für den Klang sorgen beispielsweise die Societa da Musica Cinuos-chel-Brail, welche am Samstagabend im Festzelt ihr Jahreskonzert abhält, die Rümli-Gang, längst viel mehr als ein Geheimtipp sorgt ebenfalls für gute Stimmung, genauso wie die Tiroler Band Zunder. Doch nicht nur abends spielt die Musik, sondern auch tagsüber, verteilt übers ganze Festgelände und auch im Festzelt.
Ausser wenn grad der Festumzug stattfindet, dies am Sonntag von 10.00 bis ca. 10.30 Uhr, dann spielt die Musik auch am Umzug. Und begleitet die Chalandamarz-Kinder der Schule Zernez, die Oldtimer-Traktoren, Pferdegespanne mit Kutschen, Ziegen zu Fuss, Trachtengruppe, Treichler oder Volkstanz- und Trachtengruppen. Eine ganz und gar farbige und vielfältige Veranstaltung, genauso wie die gesamte agrischa dies ebenfalls ist. Also nicht verpassen und dick im Kalender markieren.