«Mein grosses Ziel ist ganz klar die Heim-WM»

Annelise Albertin Was macht ein Ski-Weltcupathlet im Sommer? Geht er wandern oder baden wie viele andere auch, oder gilt für ihn: Nach der Saison ist vor der Saison? Thomi Tumler gewährt den ALLEGRA-Lesern*innen im Interview einen Einblick in seinen Sommeralltag und verrät, wie er sich auf den kommenden Winter vorbereitet. 

Thomi Tumler, wie geht es Ihnen? 

Sehr gut, danke. 

Konnten Sie nach der Wintersaison etwas abschalten und entspannen, oder ging der Blick bereits wieder Richtung Vorbereitung auf den nächsten Winter? 

Ja, ich konnte sehr gut abschalten und war zwei Wochen auf den dominikanischen Inseln, bevor ich wieder mit dem Sommertraining gestartet habe. 

Wie schaut Ihr Sommertraining aus? Gibt es dabei Schwerpunkte, die für einen Riesenslalomfahrer besonders wichtig sind? 

Wir starten immer mit Grundlagenausdauer und fokussieren uns dann mehr und mehr auf das Krafttraining. Aber das Rad neu erfinden müssen wir auch nicht mehr. 

Fahren Sie auch im Sommer Ski? Wenn ja, wo und wie oft? 

Wir gehen anfangs August zum ersten Mal auf die Skier in Zermatt. Dort steht immer Technik-Training im Vordergrund. Insgesamt sind wir etwa 10 Tage auf den heimischen Gletschern unterwegs, bevor wir Ende August nach Chile fliegen für zwei bis drei Wochen. 

Was machen Sie an einem freien Sommertag am liebsten, wenn einmal kein Training auf dem Programm steht? 

Ich habe viele Hobbys und liebe Tennis. An einem richtig heissen Sommertag bin ich auch gerne am See. 

Mit dem 4. Platz im Riesenslalom an den Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina haben Sie eine Medaille nur knapp verpasst. Wie blicken Sie heute auf dieses Rennen zurück?  

Es gibt schon noch Momente, wo ich die paar hundertstel Sekunden suche, aber insgesamt war es eine schöne Erfahrung, aus welcher ich mehr positive Eindrücke mitnehme.  

Wie bereiten Sie sich mental auf die kommende Saison vor? Arbeiten Sie dabei mit bestimmten Methoden oder Routinen? 

Ich arbeite ständig im mentalen Bereich. 

Gibt es über den Sommer auch Anpassungen oder Weiterentwicklungen beim Material? 

Beim Material gibt es jedes Jahr viel zum Testen und Tüfteln. Auch dieses Jahr haben wir wieder viele neue Modelle.  

Worauf liegt Ihr Fokus in der Saison 2026/27? Haben Sie sich konkrete Ziele gesetzt? 

Ich möchte wieder um Podestplätze mitfahren und mein grosses Ziel ist ganz klar die Heim-WM in Crans Montana. 

Sie haben einen Fanclub in Samnaun und viele Fans in der ganzen Schweiz. Wie wichtig ist Ihnen diese Unterstützung? 

Sehr wichtig. Es gab Zeiten in meiner Karriere, wo es mir sehr schlecht gelaufen ist, und da gab mir mein Fanclub Rückhalt und Vertrauen.  

Gibt es in Samnaun einen Ort, an dem Sie besonders gerne Zeit verbringen oder Kraft tanken? 

Wenn ich in Samnaun bin, liebe ich es, Zeit mit meiner Familie und Freunden zu verbringen. Eine Runde Discgolf darf dabei nicht fehlen. Ansonsten liebe ich die «Himmelsleiter» Wanderung (Mot Grond oberhalb Samnaun Dorf). 

Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn Sie an den kommenden Winter denken? 

Ich freue mich auf die Heimrennen in Adelboden und Crans Montana.  

Sie haben drei Wünsche frei – wie würden diese lauten? 

Gesund bleiben, Weltmeister im Riesenslalom, ein eigenes Haus in Samnaun. 

Vielen Dank für dieses Interview, Thomi Tumler. Wir freuen uns mit Ihnen auf Ihre nächste Weltcup-Saison und werden bei allen Rennen die Daumen drücken. 

Thomas Tumler als Vorfahrer beim Silvretta Schüler-Cup 2026 in Samnaun
Thomas Tumler als Vorfahrer beim Silvretta Schüler-Cup 2026 in Samnaun © Mario Curti
Im Sommer hat der Skicrack Zeit, sein Lieblingshobby zu leben.
Im Sommer hat der Skicrack Zeit, sein Lieblingshobby zu leben. © Thomi Tumler
Zur Person:

Thomi Tumler, geboren 1989 aus Samnaun, fährt seit 2012 im Ski-Weltcup in den Disziplinen Riesenslalom und Super G. Oft von Rückenproblemen und damit verbundenen Operationen zurückgeworfen, hat er sich immer wieder nach vorne gekämpft und den Weg bis ins Swiss-Ski National Team geschafft. 

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